Reise zur Gedenkallee in Sobibor
Kurzreise zum ehemaligen NS-Vernichtungslager Sobibór in Ostpolen...
Vom 17. bis 20. April 2007 veranstalten wir eine Kurzreise zum ehemaligen NS-Vernichtungslager Sobibór in Ostpolen. Am 18. April werden wir das ehemalige Lagergelände und die Gedenkallee besichtigen. Zusammen mit polnischen Schülern und Studenten findet am 19. April* eine Gedenkveranstaltung in der Allee statt. Die Gedenkallee wächst Stein um Stein. Mittlerweile tragen mehr als 150 Steine die Namen von in Sobibór ermordeten Jüdinnen und Juden. Menschen aus aller Welt beteiligen sich an dem Projekt und erinnern so an ihre Angehörigen, Freunde und Mitbürger. Dank der Spenden konnte im 2006 der Weg bis zum Ort der ehemaligen Gaskammer angelegt werden. Im Museum Sobibór gibt es einen Raum der Erinnerung. Dort werden Fotos und Biographien der Menschen aufbewahrt, für die in der Gedenkallee Bäume gepflanzt und Steine aufgestellt wurden. Während unseres Aufenthaltes in Polen werden wir in der Stadt Chelm übernachten. Etwa 7000 Jüdinnen und Juden aus Chelm wurden in Sobibór ermordet. Der Verein "Städtchen" in Chelm wird uns zur jüdischen Geschichte von Chelm und dem Umgang mit ihr informieren. Zu unserem Informationsbesuch in Sobibór möchten wir alle einladen, die einen Stein gestiftet haben, aber auch die Menschen, die die Gedenkallee einfach nur kennen lernen wollen. * Der 19. April ist der offizielle Holocaust-Gedenktag an polnischen Schulen. Am 19. April 1943 begann der Aufstand im Warschauer Ghetto.
Programm der Kurzreise:
17. April: Abfahrt Berlin-Hauptbahnhof. 21:36; 18. April: Ankunft in Chelm: 10.13 Uhr. Nachmittags: Führung durch die Gedenkstätte Sobibór und die Gedenkallee. Abends: Vortrag – die Deportation der Juden von Chelm. 19. April: Treffen mit polnischen Schülern und Studenten in Wlodawa. Gemeinsame Fahrt nach in Sobibór. Gemeinsame Gedenkveranstaltung in der Gedenkallee Sobibór. Am Abend: Informationen über die jüdische Geschichte der Stadt Chelm und den heutigen Umgang mit ihr. 20. April: Abfahrt in Chelm: 7.01 Uhr – Ankunft Berlin-Hauptbahnhof 17:16 Uhr Reisekosten: 175 Euro (inkl. Reisekosten ab/ bis Berlin – Hinreise im Schlafwagen. Rückreise im Berlin-Express, Busreise in Polen, Übernachtung mit Frühstück in Chelm)
Gedenkallee in Sobibór
Die Gedenkallee ist ein Gemeinschaftsprojekt des Bildungswerk Stanislaw Hantz e.V. in Kassel, der Stichting Sobibór in Amsterdam und der Gedenkstätte Sobibór in Polen. Im Vernichtungslager Sobibór ermordeten deutsche SS-Männer etwa 250.000 jüdische Menschen. Nach dem Massenmord verwischten sie ihre Spuren. Schleiften die Gaskammer und pflanzten auf dem Gelände Bäume. Kiefern sollten die Toten, die Morde und die Mörder vergessen lassen. Der Wald des Vergessens ist nun einer Allee der Erinnerung und des Gedenkens gewichen. Entlang des letzten Weges, den die deportierten Jüdinnen und Juden zur Gaskammer gehen mussten, stehen heute kleine immergrüne Bäume. Natursteine am Wegesrand tragen die Namen von in Sobibór Ermordeten. Hinter der anonymen Zahl von 250.000 Opfern sollen wieder einzelne Schicksale europäischer Jüdinnen und Juden sichtbar werden. Anlässlich des 60. Jahrestages der Häftlingsrevolte am 14.Oktober 2003 wurde das erste Teilstück der Gedenkallee feierlich eingeweiht. Heute ist die Gedenkallee zirka 500 Meter lang und reicht von der ehemaligen Bahnrampe bis zum Platz der Gaskammern. Der Bau der Gedenkallee, die Errichtung der Natursteine und das Pflanzen der Bäume sowie die kontinuierliche Pflege der Anlage wurden und werden ohne staatliche Gelder allein durch Spenden finanziert. Daran können Sie sich beteiligen.
Weitere Informationen zur Reise und zur Gedenkallee: Bildungswerk Stanislaw Hantz e.V. Dörnbergstraße 12 34119 Kassel. info@bildungswerk-ks.de

