Der Holocaust in der Ukraine
Das Programm der letzten Fahrt im Juni 2011:
Samstag , 11. Juni '11
Wir treffen uns im Hauptbahnhof Berlin. Den genauen Treffpunkt sowie die
Uhrzeit teilen wir rechtzeitig mit. Unser Zug fährt gegen 18.30 nach Lublin, wo
wir morgens ankommen.
Sonntag, 12. Juni '11
In Lublin frühstücken wir einem katholischen Gästehaus, bevor wir mit dem
Bus nach Lemberg fahren. Nachdem wir die Grenzformalitäten hinter uns ha-
ben, fahren wir noch eine gute Stunde mit dem Bus, bis wir Lemberg errei-
chen. Hier beziehen wir unsere Zimmer in einem Hotel im Zentrum der Stadt.
Dann ist erst mal Zeit sich einzurichten und die Spuren der Anreise
abzuschüttteln.
Beim Abendessen werden wir Frau Viktoria Wenediktowa begegnen. Sie lebt
seit Anfang der 1950er Jahre in Lemberg. Sie hat als Stadtführerin gearbeitet
und sich besonders mit der jüdischen Geschichte beschäftigt. Hilfreich war
für sie dabei, dass ihr Vater, Jakob Honigsman, viele Veröffentlichungen zum
Holocaust in Galizien gemacht hat. Jakob Honigsman ist vor den Deutschen
aus Lublin in die UdSSR geflohen. So konnte er den Holocaust überleben.
Nach dem Krieg ist er in Lemberg geblieben.
Montag, 13. Juni '11
Unser Programm beginnt morgens mit einem Stadtrundgang durch Lemberg.
Frau Viktoria Wenediktowa wird uns mit verschiedenen Örtlichkeiten vertraut
machen und einen ersten Einblick in die vielfältige Geschichte der Stadt ge-
ben. Im Anschluß steht Frau Viktoria Wenediktowa für eine Gesprächsrunde
zur Verfügung. Wir können uns u.a. über das alltägliche Leben in Lemberg
informieren. Zur Zeit der Sowjetunion, nach der Unabhängigkeit und aktuell.
Dienstag, 14. Juni '11
Vormittags besuchen wir das Haus von „Hesed Aryeh“. Hesed ist eine jüdi-
sche Wolhltätigkeitsorganisation. In Anlehnung an den Löwen im Lemberger
Stadtwappen hat sich die Lemberger Vertretung von Hesed den Beinamen
Aryeh, Löwe, gegeben. Seit August 1998 bietet Hesed für die jüdischen Bür-
gerinnen und Bürger der Stadt verschiedene soziale und kulturelle Programme
an.
Mittags sind wir in der Technischen Universität bei der Lemberger Gruppe von
B’nai B’rith verabredet. Hier gibt es täglich ein kostenloses Mittagessen für
jüdische Bürger der Stadt. Wir haben vor und nach dem gemeinsamen Mittag-
essen die Möglichkeit, Menschen zu begegnen, die den Holocaust überlebt
haben bzw, die Zeugen der jüdischen Nachkriegsgeschichte in der Ukraine
sind.
Am Nachmittag beschäftigen wir bei einem Rundgang durch das ehemalige
Ghetto mit der jüdischen Geschichte unter der deutschen Besatzung von 1941
bis 1944.
Mittwoch, 15. Juni '11
Morgens fahren wir nach Drohobycz.
Vor dem zweiten Weltkrieg zählte die jüdische Gemeinde in Drohobycz etwa
15.000 Mitglieder. Am 30. Juni 1941 marschierte die Wehrmacht in die Stadt
ein. Am nächsten Tag begann ein dreitägiges Pogrom, bei dem über 300 Juden
ermordet wurden. Im März und August 1942 wurden etwa 4.500 Juden in das
Vernichtungslager Belzec verschleppt. Hunderte wurden während dieser Aktio-
nen auf den Straßen der Stadt ermordet. Angang Oktober wurde ein Ghetto für
10.000 Juden eingerichtet. Im Oktober und November wurden weitere 4.000
Juden nach Belzec verschleppt. Ende Mai 1943 begannen die Deutschen das
Ghetto aufzulösen. Nach der Befreiung durch die sowjetische Armee im August
1944 kamen 400 jüdische Überlebende aus ihren Verstecken.
Drohobycz ist auch der Geburtsort des polnisch-jüdischen Schriftsteller und
Graphiker Bruno Schulz. Schulz arbeitete zuletzt im Ghetto als eine Art „Hof-
maler“ des SS-Mannes Felix Landau. Im November 1942 wurde Bruno Schulz
auf der Strasse in Drohobycz von einem SS-Mann erschossen.
Nach unserer Ankunft in Drohobycz haben wir mit einem Mitglied der jüdischen
Gemeinde ein Gespräch. Anschließend besuchen wir bei einem Stadtrundgang
Orte der jüdischen Geschichte von Drohobycz.
Donnerstag, 16. Juni '11
Um 8.30 Uhr beginnen wir unseren Rundgang, der den Spuren der Verschlep-
pung der Lemberger Jüdinnen und Juden in das Mordlager Belzec in den Tod folgt.
Zum Abschluß des Rundgangs besuchen wir das ehemalige Geländedes Zwangs-
arbeitslager Janowska, das auch ein Vernichtungslager war. Hier wurden bei
Massenerschiessungen Tausende von Lemberger Juden getötet.
Abschied
Unseren letzten Abend in Lemberg lassen wir mit einem „Abschieds Büffet“
ausklingen.
Freitag, 17. Juni '11
Lemberg - Belzec
Lublin - Berlin
Gegen 6 Uhr morgens verlassen wir Lemberg und fahren wir mit dem Bus über
die ukrainsch-polnische Grenze. Kurz hinter der Grenze besuchen wir die
Gedenkstätte Belzec. Am frühen Nachmittag erreichen wir Lublin. Interessier-
te können noch einen kleinen Stadtbummel machen. Nach einem gemeinsa-
men Abendessen steigen wir gegen 20.00 Uhr in den Zug. Gegen 7.30 Uhr
kommen wir in Berlin an. Die genaue Ankunftszeit teilen wir rechtzeitig mit.
Organisatorisches:
Einreise
Zur Einreise in die Ukraine wird ein Reisepass benötigt, der einen Monat über
das Ende des Aufenthaltes in der Ukraine hinaus Gültigkeit besitzt.
Ein Personalausweis genügt zur Einreise nicht.
EU-Bürger erhalten an der Grenze ein Visum zur Einreise.
Krankenversicherung, Reiseversicherung
Die Teilnehmer der Bildungsreise sind vom Veranstalter nicht krankenversi-
chert und nicht reiseversichert.
Unterbringung
Die Unterbringung ist im Doppelzimmer. Eine Unterbringung im Einzelzimmer
ist gegen einen Aufpreis möglich.
Teilnehmerbetrag
Der Teilnehmerbeitrag beträgt 490,00 €.
Im Teilnahmebeitrag enthalten sind Übernachtung, Frühstück, Abendessen.
An- und Abreise von Berlin-Hbf. Busfahrten. Kosten für Führungen, Eintritt,
etc.
Der Teilnehmerbeitrag muss bis zum 01. April 2011 überweisen werden:
Bildungswerk Stanislaw Hantz e.V., Konto-Nr. 1071371, BLZ 520 503 53,
Kasseler Sparkasse.
Weitere Informationen, Fragen...
Fragen zum Programm, Ablauf und Organisation der Bildungsreise beantwor-
tet:
Steffen Hänschen
haenschen@bildungswerk-ks.de
