Der Holocaust in Litauen
| Wann |
24.05.2014 um 17:55 bis 31.05.2014 um 10:55 |
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| Wo | Vilnius |
| Name | Steffen Hänschen |
| Termin übernehmen |
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Als im Sommer 1941 die deutschen Wehrmachtstruppen nach Litauen vorstießen, begann das Ende der jüdischen Geschichte des Landes. Die deutsche Besatzung begann am 23. Juni 1941 und endete am 13. Juli 1944. In Wilna wurden in der Altstadt zwei Ghettos errichtet. Mit der Vertreibung der jüdischen Bevölkerung in die Ghettos begannen systematische Selektionen und Massenmorde im Wald von Paneriai (etwa 10 km westlich der Altstadt). Das kleine Ghetto wurde bereits im Oktober 1941 aufgelöst, das zweite Ghetto bestand bis zum September 1943. Nur wenigen gelang es, sich vor der Liquidierung zu verstecken oder zu den PartisanInnen in den Wald
zu fliehen. Die verbliebenen Juden und Jüdinnen wurden in Konzentrationslager deportiert und
ermordet. Von den etwa 70.000 Juden und Jüdinnen, die 1941 in Wilna gelebt hatten, überlebten etwa 2000
die deutsche Besatzung.
Der vorläufige Termin für die Bildungsreise ist der 24.05.2014 bis 31.05.2014. Während unseres Aufenthaltes in Vilnius werden wir bei Begegnungen mit unterschiedlichen Organisationen und Menschen die Möglichkeit haben, uns zur jüdischen Geschichte des ehemaligen „Jerusalem des Nordens“ und zum Umgang mit der jüdischen Geschichte nach 1945 zu informieren.
vorläufiges Tagesprogramm:
24. Mai, Samstag
Wir reisen mit der Bahn von Berlin über Szczecin nach Warschau. Die Fahrt beginnt um ca. 18.30 Uhr am Hauptbahnhof Berlin. Wir werden am Sonntagmorgen in Warschau ankommen, und dort von unserem Bus abgeholt, der uns nach Vilnius bringt. Für Verpflegung während der Fahrt müssen die TeilnehmerInnen selbst sorgen.
25. Mai, Sonntag
Wir werden morgens vorraussichtlich um 6.15 Uhr in Warschau ankommen und nach kurzem Aufenthalt weiter nach Vilnius fahren. Ein Bus wird uns am Bahnhof abholen. Voraussichtlich erreichen wir Vilnius am Nachmittag. Dort werden wir uns als erstes einen Blick auf die Stadt werfen. Am Abend gibt es dann eine Vorstellungsrunde der TeilnehmerInnen und danach einen Vortrag über die politisch-gesellschaftliche historische Entwicklung Litauens und Vilnius’. Unter anderem wird es um die doppelte Genozid-Theorie gehen.
26. Mai, Montag
Dieser Tag wird dem ehemaligen jüdischen Ghetto in Wilna gewidmet sein. Nach einer Einführung über die Geschichte, die Entstehung und die Auflösung werden wir eine Führung durch das ehemalige Ghetto bekommen. Danach werden wir uns das ‚Grüne Haus’ anschauen, das örtliche Museum über den Holocaust. Bei einem Gespräch mit MitarbeiterInnen des Museums können Fragen beantwortet werden.
27. Mai, Dienstag
Dieser Tag wird dem jüdischen Widerstand in Litauen und Wilna gewidmet sein. Morgens werden wir uns verschiedene Orte in Vilnius anschauen, die mit dem jüdischen Widerstand verbunden sind, wir wollen uns eine Maline im ehemaligen Ghetto ansehen (Malinen wurden die Orte genannt, in denen sich die jüdische Bevölkerung vor den Aktionen der deutschen Besatzer versteckt haben), das Büro Anton Schmitts, der eine Vielzahl von Menschen gerettet hat und ein Kloster, in dem WiderstandskämpferInnen einen Unterschlupf finden konnten. Danach werden wir die Reste eines Basislagers von jüdischen Partisanen anschauen. Nach der Rückkehr nach Vilnius steht der weitere Tag zur freien Verfügung: durch Vilnius bummeln, einkaufen, entspannen ...
28. Mai, Mittwoch
Morgens werden wir uns mit einem Vertreter der jüdischen Gemeinde von Vilnius treffen. In einem offenen Gespräch werden wir uns über die aktuelle Situation von Juden und Jüdinnen in Litauen informieren. Der offiziellen litauischen Geschichtsschreibung wird eine „Doppelte-Genozid-Theorie“ zugrundegelegt, die die nationalsozialistischen Verbrechen, den Völkermord an den Juden, gleichsetzt mit sowjetischen Verbrechen am litauischen Volk, das während der Besatzung seiner Identität beraubt wurde. In diesem Kontext ist auch ein Ermittlungsverfahren zu sehen, von dem im letzten Jahr ehemalige jüdische Partisanen betroffen waren. Vorgeworfen wurde den hochbetagten ehemaligen Kämpfern gegen die Faschisten, Verbrechen begangen zu haben. Es ging um die Ereignisse in dem polnisch-litauischen Dorf Koniuchy, wo PartisanInnen hatten am 29. Januar 1944 die dortige deutsche Garnison angegriffen hatten. Bei den Kämpfen wurden auch 38 DorfbewohnerInnen getötet. Der Nachmittag ist den Orten der Vernichtung der jüdischen Bevölkerung gewidmet. Nachdem wir uns das Gefängnis Lukishki angesehen haben, das als Sammelpunkt für die Menschen diente, die in den Tod deportiert wurden, fahren wir nach Paneriai. Mit der Vertreibung der jüdischen Bevölkerung in die Ghettos begannen bereits kurz nach der deutschen Besetzung Litauens im Jahr 1941 die systematischen Selektionen und Massenmorde im Wald von Paneriai, das sich etwa 10 km westlich der Altstadt befindet.
29. Mai, Donnerstag
An diesem Tag werden wir in die Stadt Kaunas fahren. In der deutschen Besatzungszeit gab es hier eins der drei größeren Ghettos Litauens. Wir werden uns das Gelände des ehemaligen Ghettos im Stadtteil Viliampole anschauen, wie Orte, an denen bereits vor der Ankunft der Deutschen ein Pogrom der litauischen gegen ihre jüdischen Nachbarn stattfand. Ebenfalls werden wir sehen, wie und wo der Schmuggel von Lebensmitteln und anderen Gütern stattfand. Auch in Kaunas gab es eine Erschießungsstätte, das 9. Fort. Einigen Mitgliedern des jüdischen Sonderkommandos, das bei den Erschießungen und der darauf folgenden Verbrennung der Leichen arbeiten musste, gelang es zu fliehen. Heute gibt es im 9.Fort ein Denkmal und eine Ausstellung, die wir besuchen werden.
30. Mai, Freitag
Nach einer Abschlussrunde werden wir am Nachmittag mit dem Bus nach Polen abreisen, um von dort mit dem Nachtzug nach Berlin zu fahren.
31. Mai, Samstag
Ankunft in Berlin.
Anmeldung:
Wir bitten um frühzeitige Anmeldung, da sonst die Teilnahme nicht garantiert werden kann. Der TeilnehmerInnenbeitrag beträgt wahrscheinlich 490,00 Euro. Im Teilnahmebetrag enthalten sind Übernachtung, zwei Mahlzeiten am Tag, An- und Abreise. Bei eigener Anreise nach Vilnius, reduziert sich entsprechend der Teilnahmebeitrag. Die TeilnehmerInnen der Bildungsreise werden vom Veranstalter nicht kranken- und nicht reiseversichert.
Anmeldungen und Überweisung des Teilnahmebeitrages bitte an das
Bildungswerk Stanislaw Hantz e.V. Kassel
Konto 1071 371; BLZ 520 503 53 der Kasseler Sparkasse.
Fragen zum Programm, Ablauf und Organisation der Veranstaltung beantwortet das Bildungswerk Stanislaw Hantz e.V. (Steffen Hänschen):
haenschen@bildungswerk-ks.de Dörnbergstraße 11 34119 Kassel www.bildungswerk-ks.de
