Der Holocaust in der Ukraine
Das voraussichtliche Programm
Samstag , 18. Mai '13
Wir treffen uns im Hauptbahnhof Berlin. Den genauen Treffpunkt sowie die
Uhrzeit teilen wir rechtzeitig mit. Unser Zug fährt über Warschau nach Lublin, wo
wir abends ankommen und in einem Hotel übernachten.
Sonntag, 19. Mai '13
In Lublin frühstücken wir, bevor wir mit dem Bus nach Lemberg fahren. Nachdem wir die Grenzformalitäten hinter uns haben, fahren wir noch eine gute Stunde mit dem Bus, bis wir Lemberg erreichen. Hier beziehen wir unsere Zimmer in einem Hotel im Zentrum der Stadt.
Dann ist erst mal Zeit sich einzurichten und die Spuren der Anreise abzuschüttteln.
Robert Kuwalek
In Lublin schließt sich uns Robert Kuwałek an, Mitarbeiter der Gedenkstätte
Majdanek. Zu seinen Aufgaben gehört u.a. die Erforschung der Geschichte
des Vernichtungslagers Bełżec. In diesem Mordlager der sogenannten
Aktion Reinhard wurden allein aus Lemberg etwa 80.000 Jüdinnen und
Juden umgebracht. Grund für Robert Kuwałek sich seit einigen Jahren mit
der jüdischen Geschichte Lembergs zu beschäftigen. Er wird uns in Lemberg
mit seinem Wissen zur Verfügung stehen.
Montag, 20. Mai '13
Unser Programm beginnt morgens mit einem Stadtrundgang durch Lemberg.
Robert Kuwalek wird uns mit verschiedenen Örtlichkeiten vertraut machen
und einen ersten Einblick in die vielfältige Geschichte der Stadt geben.
Nach dem Mittagessen werden wir Frau Viktoria Wenediktowa begegnen. Sie lebt
seit Anfang der 1950er Jahre in Lemberg. Sie hat als Stadtführerin gearbeitet
und sich besonders mit der jüdischen Geschichte beschäftigt. Hilfreich war
für sie dabei, dass ihr Vater, Jakob Honigsman, viele Veröffentlichungen zum
Holocaust in Galizien gemacht hat. Jakob Honigsman ist vor den Deutschen
aus Lublin in die UdSSR geflohen. So konnte er den Holocaust überleben.
Nach dem Krieg ist er in Lemberg geblieben.
Vormittags besuchen wir das Haus von „Hesed Aryeh“. Hesed ist eine jüdi-
sche Wolhltätigkeitsorganisation. In Anlehnung an den Löwen im Lemberger
Stadtwappen hat sich die Lemberger Vertretung von Hesed den Beinamen
Aryeh, Löwe, gegeben. Seit August 1998 bietet Hesed für die jüdischen Bür-
gerinnen und Bürger der Stadt verschiedene soziale und kulturelle Programme
an.
Am Nachmittag beschäftigen wir bei einem Rundgang durch das ehemalige
Ghetto mit der jüdischen Geschichte unter der deutschen Besatzung von 1941
bis 1944.
Die Stadt Iwano-Frankiwsk (dt. Stanislau) zählte seit dem 18. Jahrhundert einen hohen jüdischen Bevölkerungsanteil, um 1900 ca. 46 %, zum Zeitpunkt der deutschen Besetzung am 26. Juni 1941 über 40.000 Juden, unter ihnen ein hoher Anteil Flüchtlinge aus den bereits zuvor von den Deutschen besetzen Gebieten Polens und aus Ungarn. Am Stanislauer Blutsonntag am 12. Oktober 1941 ermordeten deutsche SS- und Polizeiangehörige unter dem Befehl Hans Krügers (dem "König von Stanislau") 10.000 jüdische Männer, Frauen und Kinder. Das Morden wurde in Form von Deportationen nach Bełżec sowie weiteren "Aktionen" bis hin zur Ghettoauflösung im Januar udn Februar 1943 fortgesetzt. Bei der Befreiung am 27. Juli 1944 durch die rote Armee waren noch 1.500 Juden und Jüdinnen am Leben.
Auf unserem Rundgang durch das heutige Iwano-Frankiwsk werden wir den Ort des Massakers an der jüdischen Bevölkerung im Oktober 1941 sowie die Synagoge besuchen. Dort werden wir Gelegenheit haebn uns in einem Gespräch mit dem örtlichen Rabbi über die historische und die heutige Situation zu informieren.
Donnerstag, 23. Mai '13Um 8.30 Uhr beginnen wir unseren Rundgang, der den Spuren der Verschlep-
pung der Lemberger Jüdinnen und Juden in das Mordlager Belzec in den Tod folgt.
Zum Abschluß des Rundgangs besuchen wir das ehemalige Geländedes Zwangs-
arbeitslager Janowska, das auch ein Vernichtungslager war. Hier wurden bei
Massenerschiessungen Tausende von Lemberger Juden getötet.
Abschied
Unseren letzten Abend in Lemberg lassen wir mit einem „Abschieds Büffet“
ausklingen.
Freitag, 24. Mai '13
Lemberg - Belzec
Lublin - Berlin
Gegen 6 Uhr morgens verlassen wir Lemberg und fahren wir mit dem Bus über
die ukrainsch-polnische Grenze. Kurz hinter der Grenze besuchen wir die
Gedenkstätte Belzec. Am frühen Nachmittag erreichen wir Lublin. Interessier-
te können noch einen kleinen Stadtbummel machen. Nach einem gemeinsa-
men Abendessen steigen wir gegen 20.00 Uhr in den Zug. Gegen 7.30 Uhr (am Samstag, den 25. Mai) kommen wir in Berlin an. Die genaue Ankunftszeit teilen wir rechtzeitig mit.
Organisatorisches:
Einreise
Zur Einreise in die Ukraine wird ein Reisepass benötigt, der einen Monat über
das Ende des Aufenthaltes in der Ukraine hinaus Gültigkeit besitzt.
Ein Personalausweis genügt zur Einreise nicht.
EU-Bürger erhalten an der Grenze ein Visum zur Einreise.
Krankenversicherung, Reiseversicherung
Die Teilnehmer der Bildungsreise sind vom Veranstalter nicht krankenversi-
chert und nicht reiseversichert.
Unterbringung
Die Unterbringung ist im Doppelzimmer. Eine Unterbringung im Einzelzimmer
ist gegen einen Aufpreis möglich.
Teilnehmerbetrag
Der Teilnehmerbeitrag beträgt 490,00 €.
Im Teilnahmebeitrag enthalten sind Übernachtung, Frühstück, Abendessen.
An- und Abreise von Berlin-Hbf. Busfahrten. Kosten für Führungen, Eintritt,
etc.
Der Teilnehmerbeitrag muss bis zum 01. April 2013 überweisen werden:
Bildungswerk Stanislaw Hantz e.V., Konto-Nr. 1071371, BLZ 520 503 53,
Kasseler Sparkasse.
Weitere Informationen, Fragen...
Fragen zum Programm, Ablauf und Organisation der Bildungsreise beantwor-
tet:
Steffen Hänschen
haenschen@bildungswerk-ks.de

